Rezension: Angelfall – Susan Ee

Angelfall - Fürchtet euch nicht„Angelfall“ – Susan Ee (2013, Heyne fliegt)

Inhalt
Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht. Es ist sechs Wochen her, seitdem die Engel die Menschen angegriffen haben und bereits jetzt ist die Welt nicht mehr das, was sie einmal war. Die Städte liegen in Trümmern und überall herrscht Chaos. Die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Penryn, ihre Schwester und ihre Mutter sind auf der Suche nach einem neuen Unterschlupf, als ihnen eine Gruppe von Engeln in die Quere kommt. Sie müssen mit ansehen, wie einem Engel die Flügel abgeschnitten werden. Penryn schreitet in den Kampf ein und lenkt die Aufmerksamkeit auf sich. Die Engel entführen daraufhin Penryns Schwester, womit für sie eine Welt zusammenbricht. Sie würde alles tun, um ihre Schwester zu retten. Um herauszufinden, wohin sie verschleppt wurde, kümmert sie sich um den verletzten Engel. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Penryns Schwester…

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Meine Meinung
Ich finde bereits das Cover von Angelfall sehr ansprechend, auch wenn mir das englische Cover noch ein bisschen besser gefällt. Das Cover wirkt in beiden Fällen etwas düster, im Mittelpunkt sind Engelsflügel zu sehen. Es lässt auf jeden Fall vermuten, dass es sich um eine spannende Endzeitgeschichte handelt, was in meinen Augen auch vollkommen zutrifft.

Der Leser wird zu Beginn des Buches direkt in das Geschehen geworfen. Penryn, ihre Mutter und ihre Schwester Paige sind auf der Suche nach einem Unterschlupf, weil es kaum noch möglich ist, lange an einem Ort zu bleiben und es an Lebensmitteln mangelt. Penryn trägt die ganze Verantwortung für ihre Familie, da ihre Schwester gehbehindert ist und ihre Mutter psychische Probleme hat. Auch wenn es vorher schon nicht leicht war, ist das Überleben noch schwieriger, seit die Engel auf die Erde gekommen sind und alles verwüstet haben. Keiner weiß, warum sie den Menschen so feindlich gegenüber stehen.

Man erfährt noch nicht viel über ihre Welt, da es schnell zu dem Vorfall mit den Engeln kommt. Trotzdem fand ich den schnellen Einstieg nicht verwirrend und man kann dem Geschehen gut folgen. Penryn rettet den verwundeten Engel ohne Flügel, woraufhin die anderen Engeln ihre Schwester entführen. Da ihre Mutter währenddessen verschwunden ist, bleibt sie vorerst allein mit dem Engel zurück. Sein Name ist Raffe. Dafür, dass sie ihm hilft zu überleben und seine Flügel zurückzubekommen, soll er ihr helfen, ihre Schwester zu finden.

Raffe und Penryn machen sich gemeinsam auf den Weg und lernen sich besser kennen. Trotzdem können sie sich nicht in Sicherheit wiegen und geraten ständig in neue Gefahren, die auswegslos scheinen. Aber es passieren immer wieder unerwartete Dinge, mit denen der Leser nicht rechnet. Die Autorin begeistert mit spannenden Wendungen und beschreibt sehr überzeugend das Ausmaß der Katastrophe in den Städten und auf dem Land. Das Buch ist durchgehend erlebnisreich und arbeitet auf einen unglaublichen Höhepunkt am Ende des Buches hin.

Ich mochte die Protagonisten sehr gerne. Penryn ist eine starke und zielstrebige Persönlichkeit. Sie ist sehr mutig und würde alles für ihre Familie tun. Dafür nimmt sie es sogar auch sich, mit einem Engel zusammenzuarbeiten. Sie ist weder naiv noch nervig und überzeugt durch reifes und nachvollziehbares Handeln. Deswegen mochte ich es auch sehr gern, dass die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Penryns Sicht erzählt wurde, weil man sich gut mit ihr identifizieren kann.

Raffe ist der gutaussehende, männliche, muskulöse, kluge, nachdenkliche und willensstarke Protagonist der Geschichte, der die Herzen der weiblichen Leser höher schlagen lässt. Er ist das beste Beispiel dafür, dass nicht alle Engel so böse sind, wie die Menschen glauben. Auch wenn man nicht sehr viel über ihn erfährt und er auch nicht viel von sich preisgibt, empfindet man Sympathie für ihn. Die Art, wie er mit Penryn umgeht und mit ihr oder auch über sie scherzt, hat mich oft schmunzeln lassen.

Besonders interessant war auch die Entwicklung der beiden im Laufe des Buches. Man merkt, dass sie einander langsam vertrauen. Penryn will den langen Weg nicht ohne Raffe bestreiten und Raffe hat das Bedürfnis, Penryn zu beschützen. Und obwohl er ein Engel ist, merkt sie, dass sie ihn eigentlich gar nicht als Feind ansehen kann. Neben ihrer Sorge um Paige ist es ihr nun auch nicht mehr egal, was mit Raffe passiert, auch wenn er am Anfang nur ein Mittel zum Zweck war.

Neben den Protagonisten gibt es aber auch einige interessante Nebenfiguren, denen Penryn und Raffe auf ihrem Weg begegnen und die sie teilweise auch später noch mal treffen. Die Vielseitigkeit der Charaktere hat die ganze Geschichte noch lebhafter und authentischer gemacht.

Insgesamt hat Angelfall mir wirklich sehr gut gefallen. Das Buch hat mich durchgehend gefesselt und mitgerissen. Wenn man einmal in der Geschichte drin ist, möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit auf Englisch gelesen, als die meisten es noch nicht kannten. Schon damals war das Buch für mich ein neues Highlight in meinem Bücherregal und ich habe schon vermutet, dass das Buch und die Reihe viele Leser begeistern wird. Bevor ich mir den zweiten Teil vornehme, wollte ich es noch mal lesen, diesmal auf Deutsch, und es hat mir wieder genauso gut gefallen. Ich mag die Idee und das Thema Engel, worum es ja auch in meiner Lieblingsserie Supernatural geht. Und da das Buch mit einem Cliffhanger endet, macht es auf jeden Fall Lust auf den nächsten Teil. Für mich ist das Buch ein absolutes Muss und ich kann es wirklich nur weiterempfehlen.

Rezension: Grippe – Wayne Simmons

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„Grippe“ – Wayne Simmons (2011, Voodoo-Press)

Inhalt
Ein hartnäckiger Grippevirus breitet sich in Irland aus und unzählige Menschen sind bereits daran erkrankt. Alle Infizierten sterben innerhalb weniger Tage und stehen nur kurze Zeit später wieder auf: als Zombies. In einer Welt, die größtenteils von blutrünstigen Zombies befallen ist, die auf der Suche nach frischem Fleisch sind, kämpfen einige Gruppen von Personen um das nackte Überleben.

Cover:
Auf dem Cover ist das Gesicht einer Frau zu sehen, die wahrscheinlich an der Grippe erkrankt ist und dementsprechend ungesund aussieht. Die Farben unterstützen den Eindruck der Krankheit: schwarz, gelb, giftgrün.

Personengruppen:
George und Norman: Sie sind Polizisten, die schon zu Beginn der Epidemie Häuser versiegelt und Personen unter Quarantäne gestellt haben.
Geri, Lark und McFall: Geri, eine junge hübsche Frau, trifft auf Lark und McFall, als sie beinahe von Zombies angefallen wird. Sie kann im Haus der Männer unterkommen und nach anfänglichen Schwierigkeiten kommen die drei miteinander klar.
Karen und Pat: Pat hat seine Familie verloren und trifft auf Karen. Die beiden verbünden sich, um zu überleben.
Major Jackson und Doktor Gallagher: Major Jackson hat die Aufgabe, Informationen über den Ursprung der Grippe zu sammeln und trifft in einem Lager auf Doktor Gallagher, einen skrupellosen Professor.

Meine Meinung
Das Buch zeigt die harte und brutale Realität nach dem Ausbruch einer vernichtenden Epidemie. Die Zukunft und das Überleben der Menschen ist ungewiss. Man weiß nie, was kommt, ob und wie lange man überlebt. Die Menschen lernen erst mit und mit, was mit den Infizierten nach dem Tod passiert. Keiner weiß wirklich über das Ausmaß der Katastrophe bescheid. Die Atmosphäre ist kühl, brutal und angespannt. Die Kampf- und Zombieszenen werden realistisch und teilweise sehr blutig beschrieben. Erst im Laufe der Zeit kommt die Erkenntnis, dass die Zombies Menschenfleisch essen und nur mit einem Kopfschuss getötet werden können.

Die Geschichte wird in verschiedenen Episoden erzählt. In jedem Abschnitt geht es um eine andere Personengruppe, so dass man viele Sichtweisen kennenlernt. Man hat einen Einblick, wie die verschiedenen Charaktere mit der Situation umgehen und sich weiterentwickeln, verändern und anpassen. Irgendwann sind die einzelnen Episoden nicht mehr strikt getrennt, da die Personen aufeinandertreffen. Die Abschnitte gehen somit ineinander über und sind immer mehr verbunden. Die Personen beeinflussen sich damit gegenseitig und die Geschichte wird vorangetrieben. Sie können sich nicht einfach an einem Ort in Sicherheit bringen, weil es überall an Nahrungsmitteln mangelt.

Die Idee einer Grippeepidemie hat mir von Anfang an gut gefallen. Damit hatte alles seinen Ursprung und rasend schnell geht alles zugrunde. Die Geschichte ist spannend erzählt und der Autor hat interessante, einzigartige Charaktere geschaffen, mit denen man sich in vielen Situationen identifizieren kann. Das Buch zeigt, wie eine solche Situation Menschen verändern kann und dass es sie dazu bringt, zu grausamen und teilweise unmenschlichen Mitteln zu greifen. Die Zombies kommen nicht zu kurz und es gibt viele blutige Szene, jedoch erfährt man auch sehr viel über die Gedanken, Gefühle und Vergangenheit der Personen. Die Atmosphäre reißt den Leser mit und macht die Geschichte sehr spannend. Man möchte wissen, ob die Personen überleben und wie es weitergeht.

Durch den Prolog wird man direkt in das Geschehen geworfen, was mir den Einstieg ein wenig erschwert hat. Ich war teilweise verwirrt und hatte einige Fragen, habe dann aber erst mal weiter gelesen. Im Buch passiert an sich nichts Neues und nichts, was es nicht auch schon in anderen Zombieromanen gegeben hätte. Ich hätte mir gewünscht, dass am Ende mehr dabei herum kommt. Das Ende kam außerdem zu plötzlich und weitere erklärende Kapitel wären interessant gewesen. Man erfährt im Buch nicht viel über die Grippe und deren Herkunft. Die Handlung ist zwar spannend, aber es passiert nichts wirklich Besonderes oder Spezielles. Für mich bleibt die Geschichte etwas zu offen, aber genau deswegen gibt es ja einen zweiten Teil, den ich bestimmt mal in Angriff nehmen werde. Da das Buch mir trotzdem gut gefallen hat, halte ich “Grippe” für einen gelungenen Beitrag zum Horror und Zombie Genre.

Rezension: Haunted – Bentley Little

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“Haunted” – Bentley Little (2011, Voodoo-Press)

Inhalt
Familie Perry zieht in ein neues Haus und glaubt, nun endlich ein ruhiges und perfektes Leben führen zu können. Doch schon bald passieren den Familienmitgliedern merkwürdige Dinge, die bei ihnen große Angst und Sorge hinterlassen. In ihrem Haus scheint es zu spuken und auch die Nachbarn wissen mehr darüber, als sie zugeben wollen. Etwas Böses hat es auf die Familie abgesehen und bringt Eltern und Kinder dazu, Dinge zu tun, die sie selbst nicht nachvollziehen können. Die Lage verschlimmert sich, aber als die Familie endlich etwas unternehmen will, ist es beinahe schon zu spät.

Meine Meinung
Haunted macht bereits auf den ersten Blick sehr viel her. Auf dem Cover sind neben Schriftzügen wie Titel und Autor ein Haus und die untere Hälfte eines Gesichts zu sehen. Bei dem Haus handelt es sich sehr wahrscheinlich um das neue Haus der Familie Perry, so dass man beim Lesen sofort ein Bild davon vor Augen hat. Das Haus ist sehr ansprechend und wirkt idyllisch und harmlos, allerdings lässt das halbe Gesicht bereits das Gegenteil vermuten. Das Gesicht sieht wie versteinert aus und liegt größtenteils im Schatten, dadurch ist der Ausdruck sehr düster. Auch die dunklen Farben unterstützen die unheimliche Atmosphäre.

Der Inhalt hält das, was das Cover verspricht. Das Buch bleibt ohne Ausnahmen die ganze Zeit spannend und die Atmosphäre ist auch für den Leser ziemlich düster und bedrückend. Es kommt recht schnell zu unheimlichen Vorkommnissen. Man muss ständig fürchten, dass jeden Moment etwas Unerwartetes passiert. Wie in vielen aktuellen Horrorfilmen handelt es sich hier um Psycho-Horror, der zwar größtenteils auf Blut verzichtet, es aber definitiv in sich hat. Bentleys Stil ist gut lesbar und hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert, die Beschreibungen des Hauses lassen einen oft schaudern. Er schafft es wirklich gut, die Situationen zu vermitteln, vor denen jeder von uns Angst hätte, seien es Schatten, Bewegungen aus dem Augenwinkel oder Nachrichten ohne Absender.

Ich selbst hatte oft wirklich Angst. In letzter Zeit bin ich nur noch Abends zum Lesen gekommen, was es noch gruseliger gemacht hat. Es war dunkel, ich war allein und ich musste das Buch hin und wieder beiseite legen, weil ich wirklich eine Gänsehaut hatte. Man erwischt sich dabei, wie man sich zur Sicherheit noch mal umsieht und für ein besseres Gefühl mehrere Lichter anmacht. Ich hätte nicht gedacht, dass es mich so sehr mitreißt. Ich wusste ja schon, dass ich bei solchen Filmen immer starr vor Angst bin, aber da beim Lesen der Film in meinem Kopf ablief, war das wirklich nicht weniger gruselig. Die meisten Situationen fand ich einfach nur unheimlich, aber später gab es auch Stellen, die mich teilweise sogar ziemlich schockiert und traumatisiert haben, zum Beispiel bei der Einweihungsparty der Familie.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht aller Familienmitglieder – Vater Julian, Mutter Claire, Tochter Megan und Sohn James – erzählt, was mir wirklich gut gefallen hat. So bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken jeder einzelnen Person zum Haus und zu allem, was passiert. Alle Charaktere waren mir sympathisch, man konnte sich gut mit ihnen identifizieren und die meisten Reaktionen nachvollziehen. Jedes Familienmitglied wird auf eine andere Weise mit dem Spuk konfrontiert und muss irgendwie damit klarkommen. Alle vermuten schnell, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt, allerdings will sich dies keiner eingestehen oder mit den anderen darüber reden. Sie werden sogar dazu gebracht, Dinge zu tun, von denen sie nachher nicht verstehen, warum sie sie getan haben. Die Erscheinungen verschlimmern sich, die Familie ist verängstigt und wird auf eine harte Probe gestellt. Die Nachbarn verhalten sich grundsätzlich abweisend und wollen nichts mit der Familie zu tun haben, nur selten erfährt man von ihnen etwas mehr über das Haus der Perrys.

Haunted hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Ich war durchgehend von dem Buch gefesselt und es kam mir so vor, als wäre ich selbst dabei gewesen. Auf den letzten 50 Seiten habe ich mich gefragt, wie man für diese Situation noch eine Lösung finden will.
Ich persönlich könnte mir das Ganze auch sehr gut als Film vorstellen, was für das Genre ganz sicher eine Bereicherung wäre. Aber allein beim Lesen hat man die Handlung sehr lebhaft vor Augen. Die düstere und bedrückende Atmosphäre machen das Buch auf jeden Fall zu einem Erlebnis. Für mich war Haunted ein Highlight und für Horror-Fans ist es definitiv ein Muss.

 

Legend – Fallender Himmel

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Inhalt:

Day lebt in einer Welt voller Krankheit und Armut. In den Sektoren am Rande der Stadt müssen die Menschen jeden Tag ums Überleben kämpfen, weil gefährliche Seuchen umgehen und nur die Reichen genug Geld für die nötigen Impfstoffe haben. Mit 10 Jahren fällt Day durch den „Großen Test“, an dem jedes Kind in diesem Alter teilnehmen muss, und soll in ein Arbeitslager gebracht werden. Er jedoch flieht und startet somit seine Karriere als Rebell. Inzwischen ist er der meist gesuchte Verbrecher der Republik und konnte noch von niemandem gefasst werden. 

June lebt in einer Welt, die sich durch Reichtum und Fülle auszeichnet. Als einzige besteht sie den Großen Test mit vollen 1500 Punkten und wird von allen Seiten bewundert. Da sie in allen Bereichen überragende Leistungen aufweist, genießt sie die beste Ausbildung zur Soldatin, um der Republik eines Tages wie ihr Bruder Metias  dienen zu können. Nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall gestorben sind, ist ihr Bruder der einzige Mensch, der ihr noch bleibt.

Als Day in ein Krankenhaus einbricht und beinahe gefasst wird, kommt Junes Bruder Metias ums Leben, während Day entkommt und als Hauptverdächtiger für den Mord verantwortlich zu sein scheint. June will den Tod ihres Bruders rächen und begibt sich „undercover“ auf die Suche nach Day, um ihn an die Republik auszuliefern. Als sie ihn tatsächlich findet und ihn näher kennenlernt, ist sie sich in ihrem Entschluss nicht mehr ganz sicher. Durch ihn merkt sie schon bald, dass in der Republik nicht alles so ist, wie es scheint…

„Dies ist die Geschichte von Day und June.
Getrennt sind sie erbitterte Gegner,
aber zusammen sind sie eine Legende!“

Meine Meinung:

Das Cover des Buches ist für mich ein echter Hingucker, obwohl es eigentlich ziemlich schlicht gestaltet ist. Der Hintergrund ist weiß, die Schrift lila und gold. In der Mitte befindet sich das Logo der Republik und besonders durch die goldenen Elemente wirkt das Cover sehr edel. In meinen Augen war das Design auf jeden Fall schon mal ein Pluspunkt und ich habe auch sofort vermutet, dass das Buch in einer Zukunft spielt, wie man sie zum Beispiel aus Die Tribute von Panem und Divergent kennt.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Day und June erzählt, was mir wirklich gut gefallen hat. Dadurch lernt man die Republik und das ganze System aus verschiedenen Blickwinkeln kennen und es war auch immer interessant zu erfahren, was der eine über den anderen denkt.

Ich mochte die beiden Protagonisten sehr,  deswegen habe ich beide Perspektiven auch immer gerne gelesen.  Day und June sind zwei interessante, gut durchdachte Charaktere, die zwar in verschiedenen Welten aufwachsen, sich aber doch ähnlicher sind als man denken mag.
Man könnte glauben, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden im Vordergrund steht, allerdings ist das nicht der Fall, was ich wirklich gut finde. Day und June kommen sich näher, aber im Vordergrund steht, dass sie dadurch ihre eigenen Standpunkte überdenken und merken, dass in der Republik so einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

Besonders interessant ist auch die zukünftige Situation von Amerika, in der es die Vereinigten Staaten nicht mehr gibt. Es gibt die Republik Amerika und die Kolonien, die verfeindet sind und gegeneinander Krieg führen. Durch Rückblicke von Day und June oder Gespräche mit politisch bedeutsamen Personen wird man gut über das Gesellschaftssystem informiert.
Es handelt sich auf jeden Fall um eine Welt der Unterdrückung, wie man sie auch aus anderen Dystopien kennt, deswegen hat Legend mich beim Lesen von der Atmosphäre her oft an Die Tribute von Panem erinnert, vor allem an den dritten Teil.

Marie Lus Schreibstil ist flüssig, spannend und modern und auch wenn ich etwas länger gebraucht habe, lässt sich das Buch gut und schnell lesen. Es wurde nicht langweilig und die Geschichte war durchgehend fesselnd, faszinierend und an vielen Stellen sehr überraschend.

Insgesamt ist Legend ein gelungener erster Teil der Trilogie und für Dystopie Fans definitiv eine Empfehlung. Ich bin sehr gespannt auf Prodigy und den weiteren Verlauf der Geschichte von Day und June.

Deswegen vergebe ich 5 von 5 Sternen.