Rezension: Grippe – Wayne Simmons

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„Grippe“ – Wayne Simmons (2011, Voodoo-Press)

Inhalt
Ein hartnäckiger Grippevirus breitet sich in Irland aus und unzählige Menschen sind bereits daran erkrankt. Alle Infizierten sterben innerhalb weniger Tage und stehen nur kurze Zeit später wieder auf: als Zombies. In einer Welt, die größtenteils von blutrünstigen Zombies befallen ist, die auf der Suche nach frischem Fleisch sind, kämpfen einige Gruppen von Personen um das nackte Überleben.

Cover:
Auf dem Cover ist das Gesicht einer Frau zu sehen, die wahrscheinlich an der Grippe erkrankt ist und dementsprechend ungesund aussieht. Die Farben unterstützen den Eindruck der Krankheit: schwarz, gelb, giftgrün.

Personengruppen:
George und Norman: Sie sind Polizisten, die schon zu Beginn der Epidemie Häuser versiegelt und Personen unter Quarantäne gestellt haben.
Geri, Lark und McFall: Geri, eine junge hübsche Frau, trifft auf Lark und McFall, als sie beinahe von Zombies angefallen wird. Sie kann im Haus der Männer unterkommen und nach anfänglichen Schwierigkeiten kommen die drei miteinander klar.
Karen und Pat: Pat hat seine Familie verloren und trifft auf Karen. Die beiden verbünden sich, um zu überleben.
Major Jackson und Doktor Gallagher: Major Jackson hat die Aufgabe, Informationen über den Ursprung der Grippe zu sammeln und trifft in einem Lager auf Doktor Gallagher, einen skrupellosen Professor.

Meine Meinung
Das Buch zeigt die harte und brutale Realität nach dem Ausbruch einer vernichtenden Epidemie. Die Zukunft und das Überleben der Menschen ist ungewiss. Man weiß nie, was kommt, ob und wie lange man überlebt. Die Menschen lernen erst mit und mit, was mit den Infizierten nach dem Tod passiert. Keiner weiß wirklich über das Ausmaß der Katastrophe bescheid. Die Atmosphäre ist kühl, brutal und angespannt. Die Kampf- und Zombieszenen werden realistisch und teilweise sehr blutig beschrieben. Erst im Laufe der Zeit kommt die Erkenntnis, dass die Zombies Menschenfleisch essen und nur mit einem Kopfschuss getötet werden können.

Die Geschichte wird in verschiedenen Episoden erzählt. In jedem Abschnitt geht es um eine andere Personengruppe, so dass man viele Sichtweisen kennenlernt. Man hat einen Einblick, wie die verschiedenen Charaktere mit der Situation umgehen und sich weiterentwickeln, verändern und anpassen. Irgendwann sind die einzelnen Episoden nicht mehr strikt getrennt, da die Personen aufeinandertreffen. Die Abschnitte gehen somit ineinander über und sind immer mehr verbunden. Die Personen beeinflussen sich damit gegenseitig und die Geschichte wird vorangetrieben. Sie können sich nicht einfach an einem Ort in Sicherheit bringen, weil es überall an Nahrungsmitteln mangelt.

Die Idee einer Grippeepidemie hat mir von Anfang an gut gefallen. Damit hatte alles seinen Ursprung und rasend schnell geht alles zugrunde. Die Geschichte ist spannend erzählt und der Autor hat interessante, einzigartige Charaktere geschaffen, mit denen man sich in vielen Situationen identifizieren kann. Das Buch zeigt, wie eine solche Situation Menschen verändern kann und dass es sie dazu bringt, zu grausamen und teilweise unmenschlichen Mitteln zu greifen. Die Zombies kommen nicht zu kurz und es gibt viele blutige Szene, jedoch erfährt man auch sehr viel über die Gedanken, Gefühle und Vergangenheit der Personen. Die Atmosphäre reißt den Leser mit und macht die Geschichte sehr spannend. Man möchte wissen, ob die Personen überleben und wie es weitergeht.

Durch den Prolog wird man direkt in das Geschehen geworfen, was mir den Einstieg ein wenig erschwert hat. Ich war teilweise verwirrt und hatte einige Fragen, habe dann aber erst mal weiter gelesen. Im Buch passiert an sich nichts Neues und nichts, was es nicht auch schon in anderen Zombieromanen gegeben hätte. Ich hätte mir gewünscht, dass am Ende mehr dabei herum kommt. Das Ende kam außerdem zu plötzlich und weitere erklärende Kapitel wären interessant gewesen. Man erfährt im Buch nicht viel über die Grippe und deren Herkunft. Die Handlung ist zwar spannend, aber es passiert nichts wirklich Besonderes oder Spezielles. Für mich bleibt die Geschichte etwas zu offen, aber genau deswegen gibt es ja einen zweiten Teil, den ich bestimmt mal in Angriff nehmen werde. Da das Buch mir trotzdem gut gefallen hat, halte ich “Grippe” für einen gelungenen Beitrag zum Horror und Zombie Genre.

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Rezension: Haunted – Bentley Little

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“Haunted” – Bentley Little (2011, Voodoo-Press)

Inhalt
Familie Perry zieht in ein neues Haus und glaubt, nun endlich ein ruhiges und perfektes Leben führen zu können. Doch schon bald passieren den Familienmitgliedern merkwürdige Dinge, die bei ihnen große Angst und Sorge hinterlassen. In ihrem Haus scheint es zu spuken und auch die Nachbarn wissen mehr darüber, als sie zugeben wollen. Etwas Böses hat es auf die Familie abgesehen und bringt Eltern und Kinder dazu, Dinge zu tun, die sie selbst nicht nachvollziehen können. Die Lage verschlimmert sich, aber als die Familie endlich etwas unternehmen will, ist es beinahe schon zu spät.

Meine Meinung
Haunted macht bereits auf den ersten Blick sehr viel her. Auf dem Cover sind neben Schriftzügen wie Titel und Autor ein Haus und die untere Hälfte eines Gesichts zu sehen. Bei dem Haus handelt es sich sehr wahrscheinlich um das neue Haus der Familie Perry, so dass man beim Lesen sofort ein Bild davon vor Augen hat. Das Haus ist sehr ansprechend und wirkt idyllisch und harmlos, allerdings lässt das halbe Gesicht bereits das Gegenteil vermuten. Das Gesicht sieht wie versteinert aus und liegt größtenteils im Schatten, dadurch ist der Ausdruck sehr düster. Auch die dunklen Farben unterstützen die unheimliche Atmosphäre.

Der Inhalt hält das, was das Cover verspricht. Das Buch bleibt ohne Ausnahmen die ganze Zeit spannend und die Atmosphäre ist auch für den Leser ziemlich düster und bedrückend. Es kommt recht schnell zu unheimlichen Vorkommnissen. Man muss ständig fürchten, dass jeden Moment etwas Unerwartetes passiert. Wie in vielen aktuellen Horrorfilmen handelt es sich hier um Psycho-Horror, der zwar größtenteils auf Blut verzichtet, es aber definitiv in sich hat. Bentleys Stil ist gut lesbar und hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert, die Beschreibungen des Hauses lassen einen oft schaudern. Er schafft es wirklich gut, die Situationen zu vermitteln, vor denen jeder von uns Angst hätte, seien es Schatten, Bewegungen aus dem Augenwinkel oder Nachrichten ohne Absender.

Ich selbst hatte oft wirklich Angst. In letzter Zeit bin ich nur noch Abends zum Lesen gekommen, was es noch gruseliger gemacht hat. Es war dunkel, ich war allein und ich musste das Buch hin und wieder beiseite legen, weil ich wirklich eine Gänsehaut hatte. Man erwischt sich dabei, wie man sich zur Sicherheit noch mal umsieht und für ein besseres Gefühl mehrere Lichter anmacht. Ich hätte nicht gedacht, dass es mich so sehr mitreißt. Ich wusste ja schon, dass ich bei solchen Filmen immer starr vor Angst bin, aber da beim Lesen der Film in meinem Kopf ablief, war das wirklich nicht weniger gruselig. Die meisten Situationen fand ich einfach nur unheimlich, aber später gab es auch Stellen, die mich teilweise sogar ziemlich schockiert und traumatisiert haben, zum Beispiel bei der Einweihungsparty der Familie.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht aller Familienmitglieder – Vater Julian, Mutter Claire, Tochter Megan und Sohn James – erzählt, was mir wirklich gut gefallen hat. So bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken jeder einzelnen Person zum Haus und zu allem, was passiert. Alle Charaktere waren mir sympathisch, man konnte sich gut mit ihnen identifizieren und die meisten Reaktionen nachvollziehen. Jedes Familienmitglied wird auf eine andere Weise mit dem Spuk konfrontiert und muss irgendwie damit klarkommen. Alle vermuten schnell, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt, allerdings will sich dies keiner eingestehen oder mit den anderen darüber reden. Sie werden sogar dazu gebracht, Dinge zu tun, von denen sie nachher nicht verstehen, warum sie sie getan haben. Die Erscheinungen verschlimmern sich, die Familie ist verängstigt und wird auf eine harte Probe gestellt. Die Nachbarn verhalten sich grundsätzlich abweisend und wollen nichts mit der Familie zu tun haben, nur selten erfährt man von ihnen etwas mehr über das Haus der Perrys.

Haunted hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Ich war durchgehend von dem Buch gefesselt und es kam mir so vor, als wäre ich selbst dabei gewesen. Auf den letzten 50 Seiten habe ich mich gefragt, wie man für diese Situation noch eine Lösung finden will.
Ich persönlich könnte mir das Ganze auch sehr gut als Film vorstellen, was für das Genre ganz sicher eine Bereicherung wäre. Aber allein beim Lesen hat man die Handlung sehr lebhaft vor Augen. Die düstere und bedrückende Atmosphäre machen das Buch auf jeden Fall zu einem Erlebnis. Für mich war Haunted ein Highlight und für Horror-Fans ist es definitiv ein Muss.