Legend – Fallender Himmel

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Inhalt:

Day lebt in einer Welt voller Krankheit und Armut. In den Sektoren am Rande der Stadt müssen die Menschen jeden Tag ums Überleben kämpfen, weil gefährliche Seuchen umgehen und nur die Reichen genug Geld für die nötigen Impfstoffe haben. Mit 10 Jahren fällt Day durch den „Großen Test“, an dem jedes Kind in diesem Alter teilnehmen muss, und soll in ein Arbeitslager gebracht werden. Er jedoch flieht und startet somit seine Karriere als Rebell. Inzwischen ist er der meist gesuchte Verbrecher der Republik und konnte noch von niemandem gefasst werden. 

June lebt in einer Welt, die sich durch Reichtum und Fülle auszeichnet. Als einzige besteht sie den Großen Test mit vollen 1500 Punkten und wird von allen Seiten bewundert. Da sie in allen Bereichen überragende Leistungen aufweist, genießt sie die beste Ausbildung zur Soldatin, um der Republik eines Tages wie ihr Bruder Metias  dienen zu können. Nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall gestorben sind, ist ihr Bruder der einzige Mensch, der ihr noch bleibt.

Als Day in ein Krankenhaus einbricht und beinahe gefasst wird, kommt Junes Bruder Metias ums Leben, während Day entkommt und als Hauptverdächtiger für den Mord verantwortlich zu sein scheint. June will den Tod ihres Bruders rächen und begibt sich „undercover“ auf die Suche nach Day, um ihn an die Republik auszuliefern. Als sie ihn tatsächlich findet und ihn näher kennenlernt, ist sie sich in ihrem Entschluss nicht mehr ganz sicher. Durch ihn merkt sie schon bald, dass in der Republik nicht alles so ist, wie es scheint…

„Dies ist die Geschichte von Day und June.
Getrennt sind sie erbitterte Gegner,
aber zusammen sind sie eine Legende!“

Meine Meinung:

Das Cover des Buches ist für mich ein echter Hingucker, obwohl es eigentlich ziemlich schlicht gestaltet ist. Der Hintergrund ist weiß, die Schrift lila und gold. In der Mitte befindet sich das Logo der Republik und besonders durch die goldenen Elemente wirkt das Cover sehr edel. In meinen Augen war das Design auf jeden Fall schon mal ein Pluspunkt und ich habe auch sofort vermutet, dass das Buch in einer Zukunft spielt, wie man sie zum Beispiel aus Die Tribute von Panem und Divergent kennt.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Day und June erzählt, was mir wirklich gut gefallen hat. Dadurch lernt man die Republik und das ganze System aus verschiedenen Blickwinkeln kennen und es war auch immer interessant zu erfahren, was der eine über den anderen denkt.

Ich mochte die beiden Protagonisten sehr,  deswegen habe ich beide Perspektiven auch immer gerne gelesen.  Day und June sind zwei interessante, gut durchdachte Charaktere, die zwar in verschiedenen Welten aufwachsen, sich aber doch ähnlicher sind als man denken mag.
Man könnte glauben, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden im Vordergrund steht, allerdings ist das nicht der Fall, was ich wirklich gut finde. Day und June kommen sich näher, aber im Vordergrund steht, dass sie dadurch ihre eigenen Standpunkte überdenken und merken, dass in der Republik so einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

Besonders interessant ist auch die zukünftige Situation von Amerika, in der es die Vereinigten Staaten nicht mehr gibt. Es gibt die Republik Amerika und die Kolonien, die verfeindet sind und gegeneinander Krieg führen. Durch Rückblicke von Day und June oder Gespräche mit politisch bedeutsamen Personen wird man gut über das Gesellschaftssystem informiert.
Es handelt sich auf jeden Fall um eine Welt der Unterdrückung, wie man sie auch aus anderen Dystopien kennt, deswegen hat Legend mich beim Lesen von der Atmosphäre her oft an Die Tribute von Panem erinnert, vor allem an den dritten Teil.

Marie Lus Schreibstil ist flüssig, spannend und modern und auch wenn ich etwas länger gebraucht habe, lässt sich das Buch gut und schnell lesen. Es wurde nicht langweilig und die Geschichte war durchgehend fesselnd, faszinierend und an vielen Stellen sehr überraschend.

Insgesamt ist Legend ein gelungener erster Teil der Trilogie und für Dystopie Fans definitiv eine Empfehlung. Ich bin sehr gespannt auf Prodigy und den weiteren Verlauf der Geschichte von Day und June.

Deswegen vergebe ich 5 von 5 Sternen.

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