Rezension: Haunted – Bentley Little

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“Haunted” – Bentley Little (2011, Voodoo-Press)

Inhalt
Familie Perry zieht in ein neues Haus und glaubt, nun endlich ein ruhiges und perfektes Leben führen zu können. Doch schon bald passieren den Familienmitgliedern merkwürdige Dinge, die bei ihnen große Angst und Sorge hinterlassen. In ihrem Haus scheint es zu spuken und auch die Nachbarn wissen mehr darüber, als sie zugeben wollen. Etwas Böses hat es auf die Familie abgesehen und bringt Eltern und Kinder dazu, Dinge zu tun, die sie selbst nicht nachvollziehen können. Die Lage verschlimmert sich, aber als die Familie endlich etwas unternehmen will, ist es beinahe schon zu spät.

Meine Meinung
Haunted macht bereits auf den ersten Blick sehr viel her. Auf dem Cover sind neben Schriftzügen wie Titel und Autor ein Haus und die untere Hälfte eines Gesichts zu sehen. Bei dem Haus handelt es sich sehr wahrscheinlich um das neue Haus der Familie Perry, so dass man beim Lesen sofort ein Bild davon vor Augen hat. Das Haus ist sehr ansprechend und wirkt idyllisch und harmlos, allerdings lässt das halbe Gesicht bereits das Gegenteil vermuten. Das Gesicht sieht wie versteinert aus und liegt größtenteils im Schatten, dadurch ist der Ausdruck sehr düster. Auch die dunklen Farben unterstützen die unheimliche Atmosphäre.

Der Inhalt hält das, was das Cover verspricht. Das Buch bleibt ohne Ausnahmen die ganze Zeit spannend und die Atmosphäre ist auch für den Leser ziemlich düster und bedrückend. Es kommt recht schnell zu unheimlichen Vorkommnissen. Man muss ständig fürchten, dass jeden Moment etwas Unerwartetes passiert. Wie in vielen aktuellen Horrorfilmen handelt es sich hier um Psycho-Horror, der zwar größtenteils auf Blut verzichtet, es aber definitiv in sich hat. Bentleys Stil ist gut lesbar und hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert, die Beschreibungen des Hauses lassen einen oft schaudern. Er schafft es wirklich gut, die Situationen zu vermitteln, vor denen jeder von uns Angst hätte, seien es Schatten, Bewegungen aus dem Augenwinkel oder Nachrichten ohne Absender.

Ich selbst hatte oft wirklich Angst. In letzter Zeit bin ich nur noch Abends zum Lesen gekommen, was es noch gruseliger gemacht hat. Es war dunkel, ich war allein und ich musste das Buch hin und wieder beiseite legen, weil ich wirklich eine Gänsehaut hatte. Man erwischt sich dabei, wie man sich zur Sicherheit noch mal umsieht und für ein besseres Gefühl mehrere Lichter anmacht. Ich hätte nicht gedacht, dass es mich so sehr mitreißt. Ich wusste ja schon, dass ich bei solchen Filmen immer starr vor Angst bin, aber da beim Lesen der Film in meinem Kopf ablief, war das wirklich nicht weniger gruselig. Die meisten Situationen fand ich einfach nur unheimlich, aber später gab es auch Stellen, die mich teilweise sogar ziemlich schockiert und traumatisiert haben, zum Beispiel bei der Einweihungsparty der Familie.

Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht aller Familienmitglieder – Vater Julian, Mutter Claire, Tochter Megan und Sohn James – erzählt, was mir wirklich gut gefallen hat. So bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken jeder einzelnen Person zum Haus und zu allem, was passiert. Alle Charaktere waren mir sympathisch, man konnte sich gut mit ihnen identifizieren und die meisten Reaktionen nachvollziehen. Jedes Familienmitglied wird auf eine andere Weise mit dem Spuk konfrontiert und muss irgendwie damit klarkommen. Alle vermuten schnell, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt, allerdings will sich dies keiner eingestehen oder mit den anderen darüber reden. Sie werden sogar dazu gebracht, Dinge zu tun, von denen sie nachher nicht verstehen, warum sie sie getan haben. Die Erscheinungen verschlimmern sich, die Familie ist verängstigt und wird auf eine harte Probe gestellt. Die Nachbarn verhalten sich grundsätzlich abweisend und wollen nichts mit der Familie zu tun haben, nur selten erfährt man von ihnen etwas mehr über das Haus der Perrys.

Haunted hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Ich war durchgehend von dem Buch gefesselt und es kam mir so vor, als wäre ich selbst dabei gewesen. Auf den letzten 50 Seiten habe ich mich gefragt, wie man für diese Situation noch eine Lösung finden will.
Ich persönlich könnte mir das Ganze auch sehr gut als Film vorstellen, was für das Genre ganz sicher eine Bereicherung wäre. Aber allein beim Lesen hat man die Handlung sehr lebhaft vor Augen. Die düstere und bedrückende Atmosphäre machen das Buch auf jeden Fall zu einem Erlebnis. Für mich war Haunted ein Highlight und für Horror-Fans ist es definitiv ein Muss.

 

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